Presse 2018 I




Amtsblatt vom 05.04.2018

 Vergleichswettkämpfe in Mutterstadt

Die Phoenixathleten nutzten ihren Heimvorteil und kamen zu zahlreichen Podestplätzen. Jugendleiter Steffen Klein (M 20) warf beim Hammer- und RKS-Gewichtwerfen (41,98 bzw. 19,01) sowie beim Speerwerfen jeweils persönliche Bestleistungen. Er siegte außerdem beim Diskuswerfen, Kugel- und Steinstoßen sowie mit einer weiteren PB im RKS-Dreikampf (2.057 Punkte). Torsten Lange, Kurt Büttler, Günther Jakob, Erich Kreit, Dr. Johannes Ellenberger, Dr. Ernst Zuber, Udo Giehl und Norbert Gundermann kamen in ihren jeweiligen Altersklassen ebenfalls zu Mehrfachsiegen. Der aktuelle Deutsche Senioren-Diskusvizemeister Roland Klingler (M 70) siegte in dieser klassischen Disziplin ebenso wie Gerhard Zachrau (M 65), der zudem die Wurf-Fünfkampfwertung mit der Deutschen Jahresbestleistung (3.900 P.) abschloss. Siegreich blieben auch die starken Phoenixdamen Anette Borutta (W 45), Stephanie Lück (W 50), Claudia Ernst-Offermann (W 55) und Renate Ansel (W 40) im Hammerwerfen, wobei letztere auch noch im Diskus- und Gewichtwerfen sowie im Kugelstoßen die Nase vorne hatte.




„Lampis“ vom 26.03.2018

 Geschrieben von Axel Hermanns

 

Das volle Programm

Mutterstadt/Krefeld:

Halali bei der Hallen-EM mit Winterwurf in Madrid. Derweil lud der veranstaltungsfreudige RKS Phoenix Mutterstadt vorigen Samstag bereits zum 3. Einladungswerfertag 2018 in den Sportpark der 12.640-Seelen-Gemeinde in Rheinland-Pfalz. Speziell die oberen Altersklassen waren recht ordentlich besetzt, sodass es zumindest hier kein köcheln im „eigenen Saft“ war. Und da wir gerade schon bei diesem Thema sind, gilt auch der Spruch „Hier kocht der Chef noch selbst“. Soll heißen, dass der rührige Chef-Organisator Gerhard Zachrau selber in die verschieden großen Ringe und an den Speerwurf-Ablauf ging. Als Produkt dessen erzielte der Polizei-Hauptkommissar i.R. mit 3.900 Punkten im Wurf-Fünfkampf der M 65 obendrein die beste Leistung bei den fortgeschrittenen Semestern. Dabei steigerte der Wurf-Allrounder sein Ergebnis vom 10. März an gleicher Stelle um 53 Zähler, erzielte die besten Einzelleistungen mit dem Diskus (42,72m) und Hammer (41,03 m). - Alle Ergebnisse später unter diesem Link.







„Lampis vom 17.03.2018

 

Frühjahrswerfertage: Nur die Harten kommen in den Garten

 

Geschrieben von Axel Hermanns

 

Übach-Palenberg/Mutterstadt/Krefeld: Nur die Harten kommen in den Garten. Also nichts für Warmduscher, Weicheier oder Vorwärtseinparker. Während der zumindest nominell saisonale Höhepunkt unter dem Hallendach mit den 12.Senioren-Europameisterschaften vom 19. Bis  24. März 2018 in Madrid (Spanien) noch an-/aussteht, haben hier zu Lande bereits die Werfertage begonnen. So vergangenen Samstag in Mutterstadt. Veranstaltungsleiter Gerhard Zachrau (*1949) vom gastgebenden Klub ging selbst in die „Bütt“ und erzielte dabei mit 3.847 Punkten im Wurf-Fünfkampf der M 65 die beste Leistung, außerhalb dieser Wertung im Diskuswurf beachtliche 43,63m.

 

Ein gewiss nicht alltägliches Kontrastprogramm wird es in Übach-Palenberg bei Aachen geben. Der SV Rot-Weiß Schlafhorst richtete am vergangenen Wochenende noch die Offenen Regionshallenmeister-schaften des ehemaligen Kreises Heinsberg aus und lädt heute (nicht Sonntag, wie es in der Ausschreibung steht!)  ab 13 Uhr zum Frühjahrswerfertag für alle männlichen und weiblichen Klassen von U16 aufwärts ein. Ergo mit Seniorenwertung.

 

Und schon kommen wir zum Anfang dieses Textes. Denn kurz vor Frühlingsanfang (20.März) und dem nicht mehr fernen Osterfest sind auch im tieferen Westen der Republik gehörige Wetterkapriolen zu erwarten. Die Temperaturen liegen zwischen –2 und lediglich +3 Grad, dazu pfeift ein unangenehmer Wind, und es ist regional sogar Schneefall möglich.



„Westfälische Rundschau“ vom 07.03.2018

 

Rückläufige Beteiligung

Feudingen: Zum 34. Mal lud der Turnverein 08 Feudingen zu den Leichtathletik-Hallenwettkämpfen ins Schulzentrum ein. Als zweiter Wettkampf des LA-Senioren-Cups flossen die erreichten Punktzahlen in die Jahreswertung ein. Mit 105 Sportlerinnen und Sportlern aus 24 Vereinen war die Teilnehmerzahl geringer als in den vergangenen Jahren. Dies war vor allem krankheitsbedingten Ausfällen geschuldet.

Alle Sportler mussten einen Dreikampf absolvieren, der aus den Disziplinen Vollballwurf, Kugelstoß und Standweitsprung bestand. Die Alternative zum Standweitsprung war der Medizinballwurf. „Beeindruckend ist, dass die Männer von 80 bis 85 Jahren die größte Altersklasse waren“, so die erste TVF-Vorsitzende Sandra Strack-Saßmannshausen. Hier setzte sich Erich Strack vom TV Gosenbach mit 272 Gesamtpunkten durch. Mit seiner Kugelstoßweite von 12,30 m knackte Erich Strack mit 102 Punkten die 100er-Marke in einer Einzeldisziplin und erreichte mit 272 Zählern die zweitbeste Gesamtpunktzahl des Tages bei den Männern. Auf 101 Punkte brachte es Dr. Ulrich Löcher mit seinen 2,82 m im Weitsprung aus dem Stand. Tagesbester Mann war Harald Wittig vom TuS Erndtebrück in der M 60.

Die höchste Tagespunktzahl bei den Frauen erreichte Pia Otto vom TuS Müsen in der W 50 (277), dicht gefolgt von Juliane Scheel von der TSG Helberhausen (274) in der Altersklasse W 60.




Die Phoenixmitglieder gratulieren sehr herzlich zu diesem außergewöhnlichen und deutlichen Erfolg. Wir sagen: Weiter so (!) und halten hierzu die Daumen!



"Die Rheinpfalz" vom 12.02.2018

 

Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung übermitteln die Mitstreiter von Phoenix!








Die "Allgemeine Zeitung Mainz" stellt zu dem unten folgenden Artikel auch einen

 

Videobeitrag

 

zur Verfügung!


Allgemeine Zeitung Mainz

 

    Nachrichten Mainz 28.12.2017

 

"Auf der Bank":

 

Zwei Generationen im Gespräch über Jugendwahn und den Sinn im Alter

 

Von Nils Salecker

 

BINGEN - Aus meiner Sicht leben wir in einer paradoxen Gesellschaft. Einerseits in einer, die immer älter wird. Andererseits in einer, in der kaum jemand alt sein möchte. Auf der einen Seite freuen sich sehr viele auf ihren Ruhestand, weil sie endlich nicht mehr arbeiten müssen. Auf der anderen fragen sie sich: Was gibt es dann eigentlich noch zu tun? Was heißt es wirklich, alt zu sein? Und wer außer Udo Jürgens sagt eigentlich, dass das Leben mit 66 Jahren erst so richtig anfängt?

Für Helmut Hessert ist Sport eine Antwort auf das Leben im Alter. Der Horrweilerer ist einer der erfolgreichsten Senioren-Leichtathleten Deutschlands. Mindestens drei Mal pro Woche trainiert der 71-Jährige auf der Sportanlage in Bingen-Büdesheim.

 

Biographien

 

Nils Salecker:

Geboren am 16. Juni 1993, aufgewachsen und Abitur absolviert in Bingen am Rhein. Bis 2016: Studium, unter anderem der Sportwissenschaften, in Landau/Pfalz. Spielt Fußball seit dem Grundschulalter. Seit September 2016 Volontär der Verlagsgruppe Rhein-Main.

 

Helmut Hessert:

Geboren am 20. September 1946, wuchs Hessert im rheinhessischen Horrweiler (Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen) auf, wohnt seitdem durchweg dort. Als Grundschüler begann er, Leichtathletik zu betreiben. Seitdem ist er aktiver Leichtathlet, trat in vielen Disziplinen und tritt bis zuletzt im Werfer-Fünfkampf an. Mehrere Male wurde er in seiner Senioren-Altersklasse Europameister und 2016 Weltmeister im Speerwurf.
2011 ging der Winzer in Rente, übergab den Familienbetrieb an seinen Sohn, ist aber selbst weiterhin im Weinbau aktiv.

 

Weitere Meldungen

Herr Hessert, der Satz „Man ist so alt, wie man sich fühlt“ klingt für mich zwar etwas abgenutzt. Dennoch: Wie alt fühlen Sie sich?
Ich fühle mich noch relativ jung. Vom Kopf und auch vom Körper her. Natürlich muss man sich fragen: Was ist überhaupt alt?

 

Genau, wer definiert das? Die Alten selbst, die Jungen, oder jeder für sich selbst?

 

Wenn ich vor 50 Jahren gesehen habe, dass Leute mit 50, 60 Jahren gelaufen sind, waren die für meine Verhältnisse schon alt. Aber wenn man heute in dem gleichen Alter ist, frage ich mich schon: Mensch, warum habe ich damals so empfunden? Die Definition „alt“ gibt es für mich gar nicht. Ich habe Sportkollegen, die sind 80, 90 Jahre alt und laufen heute noch deutschen Rekord. Wenn man sieht, wie agil die noch sind, das ist Wahnsinn.

 

In meinen Augen ist andererseits „jung sein“ das gängige Ideal. Die Kosmetikindustrie probiert, uns künstlich zu verjüngen, Haarshampoos signalisieren uns: Wir dürfen keine grauen Haare haben, wir müssen volles Haar haben. Ich finde das völlig überzogen.
Schauen Sie, ich brauche kein Puder und keine Schminke, ich lege auch keinen Wert auf ein Toupet. Ich stehe zu dem, was unser Herrgott mir geboten hat. Und da kann man auch in Ehren alt werden. Und dass man sich da künstlich jung hält, das braucht einfach der Mensch gar nicht.

 

Auch Sport hält ja bekanntlich fit und jung. Sie starten jedes Jahr weiterhin bei Wettkämpfen. Dieses regelmäßige Sich-beweisen, ich kenne das vom Fußball, da fühlt man sich richtig lebendig.
Ja, das kann man so sagen. Eben durch die Leistung, die man bringt, fühlt man sich noch jung, egal ob die Körperhülle noch jung ist oder nicht. Man geht abends heim und sagt: Mensch, ich habe gut trainiert, das hat Spaß gemacht. Wenn der Ehrgeiz nicht mehr da ist, dann ist es vorbei.

 

Aus meiner Sicht ist das wirklich bewundernswert, in dem Alter noch so aktiv zu sein. Was motiviert Sie denn weiterhin zum Sporttreiben?
Das Training macht sehr viel Spaß. Man zieht abends die Turnschuhe an und fühlt sich nach dem Training wie neugeboren. Man trifft viele Bekannte, kann sich mit denen unterhalten. Man ist quasi ein anderer Mensch, wenn man Sport treibt.

 

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass, wenn mit 70 häufiger mal die Knochen wehtun, die Überwindung schon groß ist, auf den Sportplatz zu gehen.

 

Ja, aber man muss da einfach den inneren Schweinehund überwinden. Man muss schon etwas kämpfen. Wenn man nicht kämpft, dann macht das auch keinen Spaß mehr.

 

Ich befürchte, dass der innere Schweinehund mit zunehmendem Alter größer wird.

 

Nein, eigentlich nicht. Ich kenne andere Senioren, die ihr Leben lang 365 Tage im Jahr trainiert haben, und dann einen Tag nicht, dann werden die krank. Das ist wie eine Sucht. Das brauchen wir einfach wie Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot, auch mit 70, 80, 90 Jahren noch.

 

Wenn ich mir das so anhöre, habe ich direkt ein schlechtes Gewissen. Oft, wenn ich von der Arbeit nach Hause fahre, habe ich immer die Wahl: Fährst du geradeaus ins Fitnessstudio oder biegst du ab und gehst zuhause auf die Couch. Meistens lande ich dann auf der Couch und sage: Mir fehlen Zeit und Energie, um Sport zu machen. Das muss für Sie ja stark nach faulen Ausreden klingen.
Ja (lacht). Das sind Ausreden, keine Frage. Klar, es gibt auch schon Tage, an denen man denkt: Muss das heute sein? Das kostet dann schon Überwindung. Aber ohne Fleiß kein Preis.

 

Helmut Hessert und ich unterhalten uns nicht nur auf der Bank, sondern drehen auch gemeinsam ein paar Runden um den Sportplatz. Auf den letzten Metern unseres Läufchens verschärfen wir das Tempo. Nach etwa 100 Metern Schlussspurt geht mir ganz schön die Pumpe, während mir der 71-Jährige beim Dehnen gegenübersteht und – zumindest sichtlich – kaum erschöpft über beide Ohren grinst.

 

Ich merke schon mit 24, dass die Muskulatur an der einen oder anderen Stelle zwickt und die Knochen länger brauchen, um sich zu erholen. Mir ist klar, das wird nicht besser, und ich kann mir vorstellen, dass die Erkenntnis, dass die Leistungsfähigkeit ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch sinkt, für viele auch deprimierend sein kann.

 

Natürlich wird der Arm langsamer, die Beine etwas träger, aber dass man im Alter nicht mehr so leistungsfähig ist, wie man das mal mit 20, 25 war, damit muss man sich zurechtfinden. Ich mache mir da eigentlich auch gar keinen Kopf drum, es ist halt einfach biologisch so, dass man etwas langsamer wird. Auch der Kopf wird etwas träger, das muss man ehrlichweise sagen.

 

Denken Sie manchmal an den Zeitpunkt, ab dem Sie keinen Sport mehr treiben können, an ein Leben nach dem Sport?
Ja, wenn es der Körper oder der Geist nicht mehr zulässt, dass man Sport machen kann, dann wird sich schon was anderes finden. Nicht nur Fernsehen oder Gott weiß was. Da gibt es wirklich auch andere Dinge neben dem Sport. Ich bin zum Beispiel auch aktiver Sänger, das kann man ja auch noch lange machen. Oder man betätigt sich in anderen Gruppen, ob das jetzt die Kirchengemeinde ist oder was auch immer. Da gibt es auf jeden Fall genügend Anlaufpunkte.

 

Für mich stellt sich trotzdem die Frage: Was kommt im Ruhestand? Ich meine, die Gefahr besteht ja, in ein Loch zu fallen und nichts mit sich anzufangen zu wissen.

 

Da braucht man gar keine Angst haben. Man kann sich immer einbringen, in so viele Vereine, in so viele Gemeinden gehen. Man kann rausgehen, in der Nachbarschaft behilflich sein. Die Frage, ob man nutzlos ist, stellt sich für mich gar nicht.

 

Aber es gibt ja de facto Leute, die in ein Loch gefallen sind.
Ich habe Bekannte, die sagen: „In einem Jahr bin ich Rentner“ – und freuen sich. Und dann fällt ihnen die Decke auf den Kopf. Weil sie einfach einen Tagesablauf haben, der ganz anders ist, als wenn sie morgens die Aktentasche packen und in die Firma gehen. Die können dann bis 10 Uhr schlafen, trinken eine Tasse Kaffee, Mittagessen fällt aus, und sie haben den ganzen Tag nichts zu tun. Ich finde, mit 60 oder 65, da muss man wirklich noch was tun. Ich freue mich, wenn Leute, die mich früher gesehen und belächelt haben, als ich meine Runden gemacht habe, jetzt selbst mit Walkingstöcken unterwegs sind. Man sollte das Beste draus machen.

 

Es gibt aber auch Menschen, die in Ihrem Alter nicht mehr so fit sind...
Ich bin schon sehr dankbar dafür, dass ich noch so fit bin. Man hat das ein Stück weit auch in der eigenen Hand, das fängt ja schon in der Jugend an. Ich weiß aber auch, das kann jedem passieren. Und es fällt mir verdammt schwer, da eine Formel zu finden, die beantwortet: Warum der und nicht ich?