Aus der Sportwelt


Auf dieser Seite informieren wir unkommentiert über Interessantes aus der Sportwelt (Disziplinen, Persönlichkeiten, Verbände und Sachverhalte), die über die reinen Informationen zu RKS Phoenix Mutterstadt hinausgehen.


Eine sportaktive Ministerpräsidentin!


Überraschung bei dem Deutschen Teammeisterschaften im Rasenkraftsport

Dissen: 09.07.2022: Die RG Mutterstadt-Haßloch in der Besetzung Alessandro Minella, Dennis Lux, Daniel Bub, Omar Alqawati und Yanik Braun holte mit 10.132 Punkten die Deutsche Vizemeisterschaft, knapp hinter TV Langenbrand (10.362 P.).

In den Einzelwettkämpfen belegte in der Klasse bis 77 kg Yanik Braun drei Mal Platz 2 (Hammer - 35,39 + Stein - 6,75 + 3-Kampf - 1.811 P.). Im Gewichtwerfen siegte er mit 17,43 m. Sogar gleich zwei Athleten der RG konnten sich in der Klasse bis 83 kg weit vorne platzieren: Omar Alqawati wurde zwei Mal 3. (Hammer und Dreikampf mit 52,68 m und 2.201 P.) sowie 2. im Gewichtwerfen (20,30 m). Im Steinstoßen wurde er 5. (6,80 m).

Daniel Bub belegte im Hammer und im Dreikampf jeweils Rang 4 (46,04 m und 2.088 P.). Im Steinstoßen wurde er mit 7,93 m Vizemeister. Im Gewichtwerfen wurde er 5.

Dennis Lux wurde in der Klasse bis 90 kg vier Mal 5. (36,84 + 15,68 + 7,25 + 1.806 P.).

Alessandro Minella (Klasse bis 98 kg) wurde zwei Mal 3. (Hammer - 49,51 m + Dreikampf - 2.226 P.). Im Steinstoßen (7,94 m) wurde er 2. und im Gewichtwerfen (19,81 m) 4.

Katharina Schiele belegte im Hammerwerfen mit 35,00 m und persönlicher Bestleistung (PB) den 7. Rang. Mit weiteren PB holte sie sich beim Gewichtwerfen (21,95 m) und im RKS-Dreikampf (2.453 Punkte) zwei Mal Bronze. Im Steinstoßen wurde sie zudem mit hervorragenden 12,35 m Deutsche Vizemeisterin. Carolin Paesler, die jeweilige Siegerin und  Deutsche Vizemeisterin des DLV im Hammerwurf war nicht zu schlagen. Katharina Schiele hat hat alle ihre Ziele erreicht.

Ihre Mutter Ulrike Schiele kam im Steinstoßen mit 8,02 m in den Endkampf und belegte den 7. Rang.

Herzliche Glückwünsche an die Athleten und Athletinnen, die in ausgezeichneter Weise die RG repräsentiert haben.

 

 

Rang 3 beim RKS-Bundesligaendkampf

Dissen, 10.07.2022: Mit 90.92 Relativpunkten holten Alessandro Minella (21.65), Dennis Lux (18.70), Omar Alqawati (27.21) und Yannik Braun (23.36) den Bronzerang im saisonabschließenden Bundesligaendkampf der Rasenkraftsportler.

Die vier Athleten erbrachten folgende Einzelleistungen gemäß der Reihenfolge Hammer + Gewicht + Stein - "Normalpunkte:

Omar Alqawati:         52,91 + 20,95 + 6,88 + 2.237 P.

Yanik Braun:             36,22 + 16,31 + 6,57 + 1.764 P.

Alessandro Minella: 47,45 + 19,17 + 7,38 + 2.122 P:

Dennis Lux:              30,09 + 15,48 + 6,56 + 1.635 P.


 

„Lampis“ vom 09.07.2022

 

 

 

Gerhard Adams will mit seiner Spende Senioren-DM noch ermöglichen

 

 

 

Geschrieben von Axel Hermanns

 

 

 

Zella-Mehlis/Darmstadt/Krefeld, 09. Juli 2022:

 

So tief ist das – einstmals – gelobte (Deutsch)Land in der Leichtathletik gesunken, dass sich die eigentlichen Protagonisten gemüßigt und aufgerufen fühlen, eine abgesagte Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf mit ihren finanziellen Mitteln doch noch zu ermöglichen. Der in Düsseldorf lebende und für den LC Rehlingen (der Klub von WMA-Präsidentin Margit Jungmann) startende vielseitige, erfolgreiche Gerhard „Gerd“ Adams (*1937; im Bild) war regelrecht erschüttert auf LAMPIS zu lesen, dass die Durchführung der Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf beim TSV Zella-Mehlis (siehe Link) an 2.000 Euro scheitert. Mit einer außerordentlich großzügigen Geste ist Gerd bereit diesen Betrag zweckgebunden zu spenden und bat mich aufgrund meiner bestehenden Kontakte TSV-Abteilungsleiter Günter Karl darüber zu informieren. Gesagt, getan. Darüber hinaus habe ich DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf, zugleich in Personalunion Präsidiumsmitglied im Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV), mit ins Boot geholt. Der 51-Jährige seinerseits hat TLV-Präsident Heinz-Wolfgang über den neuen Sachverhalt verständigt.

Beim DLV waren gleich vier gedachte Ansprechpartner nicht erreichbar

 

Selbstverständlich wollte der Spender in Lauerstellung auch beim Schirmherrn und Entscheidungsträger Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV) seine Bereitschaft vorab telefonisch kundtun. Der Konjunktiv verheißt es bereits: Leider ohne Ergebnis. Die gedachten Ansprechpartner Marco Buxmann, Sven Schröder, David Deister und Sydney Sammet waren unter ihren Durchwahlnummern in der Darmstädter Geschäftsstelle allesamt nicht erreichbar. Womöglich ausgeflogen auf Betriebsausflug oder zur „Truppen-Betreuung“ nach Santa Barbara (Kalifornien) ins so genannte Pre-Camp der nachträglich um sieben weitere Teilnehmer/innen buchstäblich aufgeblasenen deutschen WM-Mannschaft (jetzt 84). Gerd setzte daraufhin eine E-Mail an Buxmann und Schröder ab. Die Beantwortung kann dauern.

 

Unterdessen habe ich von Günter Karl erfahren, dass nächste Woche anlässlich des 2. Arena Meetings in Zella-Mehlis unter dem neuen Gesichtspunkt ein Gespräch zwischen ihm und Heinz-Wolfgang Lahmann stattfinden soll. Das gilt es zunächst abzuwarten. Wobei wir schon ein paar Internas kennen, jedoch keine Totschlag-Argumente, die sich immer suchen und finden lassen, befeuern wollen. 

 

 

 



 

Bestleistung:

 

Hammerwurf: 71,08 m (2021)

 

Erfolge:

 

U23-Europameisterin 2021
Silber 2020-EM 2019

 

Deutsche Meisterin 2021

 

 

„Als kleines Kind bin ich schon mit der Deutschlandfahne durchs Wohnzimmer gerannt und habe davon geträumt, bei Olympia teilzunehmen“, erzählt Samantha Borutta. „Noch keine Ahnung hatte ich damals, in welcher Sportart.“ Schon im Alter von 21 Jahren hat sie sich diesen Traum erfüllt und ist auch für die kommenden Jahre die Hoffnungsträgerin des DLV, um im Hammerwurf der Frauen international vorne mitzumischen. Unterstrichen hat die Athletin des TSV Bayer 04 Leverkusen dies in den vergangenen Monaten auch mit ihrem Sieg bei der U23-EM, dem ersten DM-Titel bei den Frauen und den ersten 70-Meter-Würfen der Karriere.

 

Mit einer Steigerung der Bestleistung um mehr als fünf auf 69,00 Meter hatte der Aufstieg schon 2020 Fahrt aufgenommen. In diesem Sommer packte die Sportsoldatin nicht nur gut zwei weitere Meter drauf, sondern überzeugte auch mit konstanten Leistungen in der anspruchsvollen Disziplin.

 

„Einerseits habe ich im Training in allen Bereichen eine Schippe draufgelegt. In der Saisonvorbereitung war ich zwischenzeitlich nicht sicher, ob ich je wieder eine Treppe hochkomme“, erklärt die Olympiateilnehmerin ihre Entwicklung. „Andererseits habe ich durch meine Verbesserungen des Jahres 2020 Selbstvertrauen gewonnen, das ich in diesem Jahr mit in den Wettkampfring nehmen konnte.“

 

 

 

Eltern wachsen in Trainertätigkeit im Hammerwurf hinein

 

Sportbegeisterung liegt bei den Boruttas in der Familie und seitdem sie laufen konnte, ging Samantha Borutta in ihrer Heimat in Rheinland-Pfalz zum Leichtathletik-Training der TSG Mutterstadt. Dort war auch Mutter Anette als Trainerin aktiv. Ihre Tochter probierte sich zuerst in allen Disziplinen, zeigte aber vor allem Wurftalent. „Als ich so elf, zwölf Jahre alt war, hat mich deshalb Klaus Scheible angesprochen, der zum damaligen Zeitpunkt bei der TSG eine Hammerwerferin betreute. Ich habe es dann ausprobiert“, berichtet die heutige Leistungssportlerin.

 

Nicht nur sie entdeckte ihre Leidenschaft für den Hammerwurf, sondern auch ihre Eltern, die das Training übernahmen. Mutter Anette und Vater Peter lasen Fachliteratur, schauten unzählige Videos und tauschten sich mit anderen Hammerwurf-Trainern aus. So gelang eine behutsame Entwicklung von Trainergespann und Athletin, die zuerst in die nationale Nachwuchs-Spitze führte, zum Beispiel zum U18-Titel bei der Jugend-DM 2017 in Ulm mit dem Drei-Kilo-Hammer (63,72 m).

 

 

 

Alles auf den Hammerwurf ausgerichtet

 

Ohne größere Schwierigkeiten klappte auch der Übergang in die U20 und damit zum Vier-Kilo-Gerät. Gleich nach dem Aufstieg in die nächst höhere Altersklasse bedeutete der Winterwurf-Titel im Rahmen der Jugend-Hallen-DM 2018 (57,80 m) auch die Qualifikation für den U20-Länderkampf im französischen Nantes. „Als ich dort das erste Mal im Nationaltrikot starten durfte, hatte ich Tränen in den Augen“, erinnert sich die Hammerwerferin.

 

Der olympische Kindheitstraum hatte schon deutliche Formen angenommen und auch der Weg zur endgültigen Erfüllung begann, sich abzuzeichnen. Das war ein Motivationsschub, der immer weiter gestärkt wurde: Es folgten drei weitere Titel bei der Jugend-DM, die Teilnahme an der U20-WM 2018 in Tampere (Finnland) und Silber bei der U20-EM 2019 in Boras (Schweden). Damit war für die heute 21-Jährige endgültig klar: Ich setze voll auf den Hammerwurf und ordne dem Sport nach dem Schulabschluss alles unter.

 

Sie bekam einen Platz in der Sportfördergruppe der Bundeswehr und nahm ein Fernstudium in Wirtschaftspsychologie auf. „Für den Bachelor habe ich bis zu sieben Jahre Zeit. Den möchte ich auf jeden Fall machen. Der Sport steht aber an erster Stelle“, sagt Samantha Borutta, die weiterhin von ihren Eltern trainiert wird. Unterstützung aus der Familie kommt übrigens auch von ihrem Bruder, der ihre Homepage erstellt hat.

 

 

 

2021 Saison der Superlative

 

Was das Training angeht, ist der Austausch mit Bundestrainer Helge Zöllkau immer enger geworden. Regelmäßig stehen auch Lehrgänge oder Leistungsdiagnostiken in Leverkusen auf dem Programm. Und auch was den Verein angeht, erfolgte nach vielen Erfolgen im Trikot der TSG Mutterstadt zu Jahresbeginn der Wechsel zum TSV Bayer 04 Leverkusen. Und gleich eine ganze Reihe weiterer Meilensteine in Richtung internationaler Karriere wurden erreicht.

 

Ob nun die Bestleistung früh in der Saison bei ihrer ersten Team-EM in Chorzów (Polen; 69,35 m), der erste DM-Titel bei den Frauen inklusive erstem 70-Meter-Wurf (70,56 m) in Braunschweig, die erfolgreich genutzte Chance sich beim Meeting in Luzern (Schweiz; 69,38 m) über das World-Ranking die eigentlich außer Reichweite erscheinende Olympia-Quali zu sichern, Gold bei der U23-EM in Tallinn (Estland; 68,80 m) oder die Olympia-Quali in Tokio (Japan; 67,38 m): Das Jahr 2021 hielt weit mehr bereit als erhofft.

 

„Es ging Schlag auf Schlag und mir blieb wenig Zeit zum Genießen oder auch nur zum Realisieren“, erzählt Samantha Borutta. „Im Nachhinein muss ich sagen: Das war schon stark.“

 

 

 

Nächstes Ziel Heim-EM in München

 

Damit Erwartungsdruck oder Nervosität möglichst keinen negativen Einfluss auf die sensible Technik haben, versucht die U23-Europameisterin die Konkurrenz im Wettkampf auszublenden und sich nur auf sich selbst zu konzentrieren. „Nach der Olympia-Quali habe ich mir den Wettkampf noch einmal angeschaut, um zu sehen, was die anderen gemacht haben. Mir war klar, dass mich die Situation dort erdrücken wird. Ich wollte vor allem locker werfen.“

 

Der ursprüngliche Kindheitstraum der Olympia-Teilnahme ist also schon erfüllt. Es gibt aber längst neue Ziele und die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre hat nicht nur Lust auf mehr gemacht, sondern auch gezeigt, dass auch das Potenzial für weitere Steigerungen vorhanden ist.

 

Die kontinuierliche und bewährte Trainingsarbeit soll weitergehen, mit der Heim-EM in München ist das nächste Ziel schon angepeilt. Ob es vorher auch für die erste WM in Eugene (USA) reicht, will die Durchstarterin auf sich zukommen lassen, sie würde aber natürlich gern weitere internationale Erfahrung sammeln und ihren Kindheitstraum weiter leben. „Jedes Mal, wenn ich im Nationaltrikot starten darf, erfüllt mich das mit Stolz.“

 

Video-Interview: Samantha Borutta: "Ich möchte meinen eigenen Namen bekannt machen"

 

Das sagt Bundestrainer Helge Zöllkau:

 

„Samantha hat sich über Jahre kontinuierlich und verletzungsfrei weiterentwickelt. Vor allem technisch hat sie sich in den vergangenen beiden Jahren wesentlich verbessert. Neben der Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit, kommt es natürlich auch darauf an, diese im Wettkampf auf den Punkt zu bringen. Das ist ihr vor allem bei den Deutschen Meisterschaften gelungen, als sie im sechsten Durchgang noch erstmals die 70 Meter übertroffen hat, obwohl sie schon als Siegerin feststand. Bei der U23-EM war die Nervosität etwas größer, die Quali war etwas wackelig. Im Finale war auch noch etwas mehr drin.

 

Technisch versuchen wir den Eingang zu verändern. Die letzte Drehung und den Abwurf macht Samantha schon sehr gut. Wichtig ist, dass sie etwas ruhiger beginnt und den Radius verlängert. Wenn sie unter Stress ist, macht sie das etwas kurz und zu steil.

 

Samantha ist sehr fokussiert und hundertprozentig auf die Hammerwurfleistung aus. Das wichtigste ist und bleibt, gesund durchzukommen. Wenn es weiter funktioniert wie bisher, dann ist jedes Jahr eine Steigerung um anderthalb bis zwei Meter möglich. Das geht natürlich nicht unendlich weiter. Aber bis 2024 könnte sie eine Weite um 75, 76 Meter werfen. Alle Komponenten sind ausbaufähig. Die Kunst ist, keine einzelne zu überziehen. Eine gleichmäßige Entwicklung ist wichtig. Zu große Sprünge in der Maximalkraft machen beispielsweise die Koordination kaputt.“

 

 

 

 

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