Aus der Sportwelt


Auf dieser Seite informieren wir unkommentiert über Interessantes aus der Sportwelt – Disziplinen und Persönlichkeiten, Verbände und Sachverhalte –, das nicht unmittelbar mit Phoenix Mutterstadt in Verbindung steht.


Wein: Doping oder kein Doping?

Wir werden diese Frage in Zuge von zahllosen Selbstversuchen klären. Wir halten die Leserschaft auf dem Laufenden!


Förderung von Nachwuchsportlern

Katharina Schiele belegte am Donnerstag bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Kugelstoßen mit guten 13,35 den 2. Platz (für die Uni Stuttgart).

Die Tendenz zeigt nach oben, trotz einer 6-wöchigen Trainingspause durch ein Knochenödem.

Katharina ist auf Sponsorensuche und hat sich bei "Sponsor sucht Sportler" gemeldet. Hier wären allerdings noch ein paar Stimmen nötig.

Nachfolgend ist der erforderliche Link zur Info und für die Stimmabgabe angefügt: 

https://www.sport-lavit.de/de/sponsor-sucht-sportler/?sportler/3a2e623e12fb8ff55d18259b3eb6071f


Daten:

Katharina Schiele

Sportart(en): Leichtathletik, Kugelstoßen, Steinstoßen

Vereine: Unterländer LG und RKS Phoenix Mutterstadt

Kategorie: Einzelsportlerin

Alter: 18

 

Über mich:

Ich betreibe Kugelstoßen seit fast 4 Jahren und bin Mitglied des Landeskaders Baden- Württemberg.
Ich bin mehrfache Baden- Württembergische Vizemeisterin und habe viele Top 8 Ergebnisse bei Nationalen Meisterschaften. Dazu kommen noch mehrere Deutsche Meistertitel im Steinstoßen.

 

Danke für eure Unterstützung.

 

Katharina Schiele


Westfälischen Rundschau (Ausgabe Siegen-Wittgenstein) vom 25.10.2017.

 




Die "Allgemeine Zeitung Mainz" stellt zu dem unten folgenden Artikel auch einen

 

Videobeitrag

 

zur Verfügung!


Allgemeine Zeitung Mainz

 

    Nachrichten Mainz 28.12.2017

 

"Auf der Bank":

 

Zwei Generationen im Gespräch über Jugendwahn und den Sinn im Alter

 

Von Nils Salecker

 

 BINGEN - Aus meiner Sicht leben wir in einer paradoxen Gesellschaft. Einerseits in einer, die immer älter wird. Andererseits in einer, in der kaum jemand alt sein möchte. Auf der einen Seite freuen sich sehr viele auf ihren Ruhestand, weil sie endlich nicht mehr arbeiten müssen. Auf der anderen fragen sie sich: Was gibt es dann eigentlich noch zu tun? Was heißt es wirklich, alt zu sein? Und wer außer Udo Jürgens sagt eigentlich, dass das Leben mit 66 Jahren erst so richtig anfängt?

Für Helmut Hessert ist Sport eine Antwort auf das Leben im Alter. Der Horrweilerer ist einer der erfolgreichsten Senioren-Leichtathleten Deutschlands. Mindestens drei Mal pro Woche trainiert der 71-Jährige auf der Sportanlage in Bingen-Büdesheim.

 

Biographien

 

Nils Salecker:

 

Geboren am 16. Juni 1993, aufgewachsen und Abitur absolviert in Bingen am Rhein. Bis 2016: Studium, unter anderem der Sportwissenschaften, in Landau/Pfalz. Spielt Fußball seit dem Grundschulalter. Seit September 2016 Volontär der Verlagsgruppe Rhein-Main.

 

Helmut Hessert:

 

Geboren am 20. September 1946, wuchs Hessert im rheinhessischen Horrweiler (Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen) auf, wohnt seitdem durchweg dort. Als Grundschüler begann er, Leichtathletik zu betreiben. Seitdem ist er aktiver Leichtathlet, trat in vielen Disziplinen und tritt bis zuletzt im Werfer-Fünfkampf an. Mehrere Male wurde er in seiner Senioren-Altersklasse Europameister und 2016 Weltmeister im Speerwurf.
2011 ging der Winzer in Rente, übergab den Familienbetrieb an seinen Sohn, ist aber selbst weiterhin im Weinbau aktiv.

 

Weitere Meldungen

 

Herr Hessert, der Satz „Man ist so alt, wie man sich fühlt“ klingt für mich zwar etwas abgenutzt. Dennoch: Wie alt fühlen Sie sich?
Ich fühle mich noch relativ jung. Vom Kopf und auch vom Körper her. Natürlich muss man sich fragen: Was ist überhaupt alt?

 

Genau, wer definiert das? Die Alten selbst, die Jungen, oder jeder für sich selbst?

 

Wenn ich vor 50 Jahren gesehen habe, dass Leute mit 50, 60 Jahren gelaufen sind, waren die für meine Verhältnisse schon alt. Aber wenn man heute in dem gleichen Alter ist, frage ich mich schon: Mensch, warum habe ich damals so empfunden? Die Definition „alt“ gibt es für mich gar nicht. Ich habe Sportkollegen, die sind 80, 90 Jahre alt und laufen heute noch deutschen Rekord. Wenn man sieht, wie agil die noch sind, das ist Wahnsinn.

 

In meinen Augen ist andererseits „jung sein“ das gängige Ideal. Die Kosmetikindustrie probiert, uns künstlich zu verjüngen, Haarshampoos signalisieren uns: Wir dürfen keine grauen Haare haben, wir müssen volles Haar haben. Ich finde das völlig überzogen.
Schauen Sie, ich brauche kein Puder und keine Schminke, ich lege auch keinen Wert auf ein Toupet. Ich stehe zu dem, was unser Herrgott mir geboten hat. Und da kann man auch in Ehren alt werden. Und dass man sich da künstlich jung hält, das braucht einfach der Mensch gar nicht.

 

Auch Sport hält ja bekanntlich fit und jung. Sie starten jedes Jahr weiterhin bei Wettkämpfen. Dieses regelmäßige Sich-beweisen, ich kenne das vom Fußball, da fühlt man sich richtig lebendig.
Ja, das kann man so sagen. Eben durch die Leistung, die man bringt, fühlt man sich noch jung, egal ob die Körperhülle noch jung ist oder nicht. Man geht abends heim und sagt: Mensch, ich habe gut trainiert, das hat Spaß gemacht. Wenn der Ehrgeiz nicht mehr da ist, dann ist es vorbei.

 

Aus meiner Sicht ist das wirklich bewundernswert, in dem Alter noch so aktiv zu sein. Was motiviert Sie denn weiterhin zum Sporttreiben?
Das Training macht sehr viel Spaß. Man zieht abends die Turnschuhe an und fühlt sich nach dem Training wie neugeboren. Man trifft viele Bekannte, kann sich mit denen unterhalten. Man ist quasi ein anderer Mensch, wenn man Sport treibt.

 

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass, wenn mit 70 häufiger mal die Knochen wehtun, die Überwindung schon groß ist, auf den Sportplatz zu gehen.

 

Ja, aber man muss da einfach den inneren Schweinehund überwinden. Man muss schon etwas kämpfen. Wenn man nicht kämpft, dann macht das auch keinen Spaß mehr.

 

Ich befürchte, dass der innere Schweinehund mit zunehmendem Alter größer wird.

 

Nein, eigentlich nicht. Ich kenne andere Senioren, die ihr Leben lang 365 Tage im Jahr trainiert haben, und dann einen Tag nicht, dann werden die krank. Das ist wie eine Sucht. Das brauchen wir einfach wie Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot, auch mit 70, 80, 90 Jahren noch.

 

Wenn ich mir das so anhöre, habe ich direkt ein schlechtes Gewissen. Oft, wenn ich von der Arbeit nach Hause fahre, habe ich immer die Wahl: Fährst du geradeaus ins Fitnessstudio oder biegst du ab und gehst zuhause auf die Couch. Meistens lande ich dann auf der Couch und sage: Mir fehlen Zeit und Energie, um Sport zu machen. Das muss für Sie ja stark nach faulen Ausreden klingen.
Ja (lacht). Das sind Ausreden, keine Frage. Klar, es gibt auch schon Tage, an denen man denkt: Muss das heute sein? Das kostet dann schon Überwindung. Aber ohne Fleiß kein Preis.

 

Helmut Hessert und ich unterhalten uns nicht nur auf der Bank, sondern drehen auch gemeinsam ein paar Runden um den Sportplatz. Auf den letzten Metern unseres Läufchens verschärfen wir das Tempo. Nach etwa 100 Metern Schlussspurt geht mir ganz schön die Pumpe, während mir der 71-Jährige beim Dehnen gegenübersteht und – zumindest sichtlich – kaum erschöpft über beide Ohren grinst.

 

Ich merke schon mit 24, dass die Muskulatur an der einen oder anderen Stelle zwickt und die Knochen länger brauchen, um sich zu erholen. Mir ist klar, das wird nicht besser, und ich kann mir vorstellen, dass die Erkenntnis, dass die Leistungsfähigkeit ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch sinkt, für viele auch deprimierend sein kann.

 

Natürlich wird der Arm langsamer, die Beine etwas träger, aber dass man im Alter nicht mehr so leistungsfähig ist, wie man das mal mit 20, 25 war, damit muss man sich zurechtfinden. Ich mache mir da eigentlich auch gar keinen Kopf drum, es ist halt einfach biologisch so, dass man etwas langsamer wird. Auch der Kopf wird etwas träger, das muss man ehrlichweise sagen.

 

Denken Sie manchmal an den Zeitpunkt, ab dem Sie keinen Sport mehr treiben können, an ein Leben nach dem Sport?
Ja, wenn es der Körper oder der Geist nicht mehr zulässt, dass man Sport machen kann, dann wird sich schon was anderes finden. Nicht nur Fernsehen oder Gott weiß was. Da gibt es wirklich auch andere Dinge neben dem Sport. Ich bin zum Beispiel auch aktiver Sänger, das kann man ja auch noch lange machen. Oder man betätigt sich in anderen Gruppen, ob das jetzt die Kirchengemeinde ist oder was auch immer. Da gibt es auf jeden Fall genügend Anlaufpunkte.

 

Für mich stellt sich trotzdem die Frage: Was kommt im Ruhestand? Ich meine, die Gefahr besteht ja, in ein Loch zu fallen und nichts mit sich anzufangen zu wissen.

 

Da braucht man gar keine Angst haben. Man kann sich immer einbringen, in so viele Vereine, in so viele Gemeinden gehen. Man kann rausgehen, in der Nachbarschaft behilflich sein. Die Frage, ob man nutzlos ist, stellt sich für mich gar nicht.

 

Aber es gibt ja de facto Leute, die in ein Loch gefallen sind.
Ich habe Bekannte, die sagen: „In einem Jahr bin ich Rentner“ – und freuen sich. Und dann fällt ihnen die Decke auf den Kopf. Weil sie einfach einen Tagesablauf haben, der ganz anders ist, als wenn sie morgens die Aktentasche packen und in die Firma gehen. Die können dann bis 10 Uhr schlafen, trinken eine Tasse Kaffee, Mittagessen fällt aus, und sie haben den ganzen Tag nichts zu tun. Ich finde, mit 60 oder 65, da muss man wirklich noch was tun. Ich freue mich, wenn Leute, die mich früher gesehen und belächelt haben, als ich meine Runden gemacht habe, jetzt selbst mit Walkingstöcken unterwegs sind. Man sollte das Beste draus machen.

 

Es gibt aber auch Menschen, die in Ihrem Alter nicht mehr so fit sind...
Ich bin schon sehr dankbar dafür, dass ich noch so fit bin. Man hat das ein Stück weit auch in der eigenen Hand, das fängt ja schon in der Jugend an. Ich weiß aber auch, das kann jedem passieren. Und es fällt mir verdammt schwer, da eine Formel zu finden, die beantwortet: Warum der und nicht ich?


Europäische LSW-Bestenlisten

(erstellt von Herrn Franz Kastenberger, Österreich)

 

Die Phoenixmitglieder können auf europäischer Ebene sehr gut mithalten, wie man aus den nachfolgenden Tabellen erkennen kann.

 

Diskus griechisch (5,00 kg)

Historisches Gewicht - Super-Heavy-Weight (25,40 kg)




"Naussauische Neue Presse" vom 30.09.2017

 

Von Heike Lachnit

 

 Wolfgang Woronowska: 80 Jahre und sehr weise

Am heutigen Samstag feiert Wolfgang Woronowska seinen 80. Geburtstag und beendet zugleich seine aktive Zeit als Übungsleiter für die Wurfdisziplinen beim TV Elz.

 Wolfgang Woronowska möchte nach 40 Jahren Übungsleitertätigkeit nun etwas kürzer treten.

 

Elz: Bereits vor zehn Jahren wollte Wolfgang Woronowska nach einem Herzinfarkt kürzer treten, doch er sei immer wieder gefragt worden, ob er nicht weitermachen könne. In diesem Jahr kann er auf 60 Jahre Vereinsmitgliedschaft zurückblicken sowie 40 Jahre als Übungsleiter. Vor 20 Jahren führte er den Werfertag beim TV Elz ein, der sich bis heute etabliert hat. Beim jüngsten Werfertag würdigte Vorsitzender Heinz Hendel Woronowskas Leistungen für den TV Elz. Seinen Rücktritt erklärt Wolfgang Woronowska recht knapp: „Die Schüler sind heute nicht mehr so zu begeistern.“ Früher stand er mit den ehrgeizigen Sportlern dreimal die Woche auf dem Platz, um mit ihnen Hammer-, Diskus- und Speerwerfen zu trainieren. Doch heute fänden die Jugendlichen Ausreden, um nicht trainieren zu müssen. Und obwohl er schon kommuniziert habe, aufzuhören, sei er schon wieder angesprochen worden, ob er nicht doch weitermachen wolle. Für ehrgeizige Sportler komme er gerne einmal die Woche zum Training. „Der TV Elz ist ein Stück meines Lebens“, so Woronowska, „ich möchte diese Zeit nicht missen.“

 

Natürlich war er auch selbst bis 1999 aktiv. Vor allem das Hammerwerfen hat er nach Elz gebracht. Als er es dann bei den Deutschen Meisterschaften nicht mehr unter die besten Zehn schaffte, sei es für ihn Zeit gewesen, seine aktive Laufbahn zu beenden.

 

Zu seinem Geburtstag wünscht er sich, dass er noch lange gesund und fit bleibt. Seinen Geburtstag feiern mit ihm seine Frau Lotte, sowie seine zwei Söhne mit Frau und zwei Enkelkinder.

Auch die NNP gratuliert ganz herzlich!





 „Lampis“ vom 16.04.2017

 

Ex-Diskuswerfer Hein-Direck Neu verstarb 73-jährig am Karfreitag

 

Geschrieben von Alwin J. Wagner

 

Wiesbaden/Krefeld, 16. April 2017:  Mitunter kann der Tod für den direkt und die mittelbar Beteiligten auch eine Erlösung sein. Der ehemalige Diskuswerfer Hein-Direck Neu (*13.02.1944 in Bad Kreuznach) verstarb in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren in seiner Heimatstadt Wiesbaden. Neu begann seine Karriere beim USC Mainz und startete von 1970 bis 1978 für Bayer 04 Leverkusen. Danach war er wieder für den USC Mainz aktiv. In seiner langen Sportkarriere hat er über viele Jahre das Diskuswerfen in der Bundesrepublik Deutschland mitgeprägt. Seine erste Endkampfplatzierung erreichte er bei den Deutschen Meister-schaften 1965 mit dem zweiten Rang hinter Jens Reimers aus Oberhausen. Der spätere Oberstudienrat für Sport und Englisch belegte bis 1977 in 13 aufeinander folgenden Jahren jeweils eine Platzierung unter den besten drei Werfern, wobei er in dieser Zeit sechs Meistertitel gewann. Bei den Europameisterschaften 1966 in Belgrad wurde Neu Elfter, acht Jahre später in Rom Zwölfter. Als Länderkämpfe in der einstigen olympischen Kernsportart Leichtathletik noch populär waren, trug er zwischen 1964 und 1982 bei internationalen Vergleichen 58-mal das Nationaltrikot mit dem Bundes-Adler auf der Brust. Dreimal nahm der langjährige Athletensprecher an Olympischen Spielen (1968, 1972 und 1976) teil und gewann bei der Universiade, den Studenten-Weltmeisterschaften, 1967 sowie 1970 jeweils die Silbermedaille.
Persönlich habe ich Hein-Direck als einen Menschen kennengelernt, der niemals nur an sich gedacht hat. Er hatte für jeden ein offenes Ohr und stets ein freundliches Wort. Deshalb war er nicht nur bei uns Diskuswerfern beliebt und hoch geschätzt. Seine Ausstrahlung und sein lebensfrohes Wesen wirkten ansteckend. Hervorzuheben sind sein sonniger Humor, sein heiteres Gemüt und seine warmherzige Menschlichkeit. Er hatte das, was einem günstigstenfalls in die Wiege gelegt wird, nicht erlern- und vermittelbar ist – Charisma!
Was bleibt sind Erinnerungen und Dankbarkeit. Seiner Frau Edith, den Töchtern Kerstin und Silke gelten mein Mitgefühl und meine aufrichtige Anteilnahme.




 „Lampis“ vom 29.03.2017

 

 Ein persönlicher Nachruf zum Tod von Kugelstoßer Brian Oldfield

 

Geschrieben von Alwin J. Wagner

 

Melsungen/Krefeld, 29. März 2017: Vergangenen Sonntag schloss der us-amerikanische Kugelstoßer Brian Oldfield (*01. Juni 1945 in Elgin, Illinois/USA) noch nicht einmal 72-jährig für immer seine Augen. Der Interpret der Drehstoßtechnik, die er entscheidend weiterentwickelte, belegte bei den Olympischen Spielen 1972 in München den sechsten Platz. Nachdem er sich als Berufssportler der Profi-Leichtathletik anschloss, stieß er am 10.Mai 1975 in El Paso die Kugel auf 22,86 Meter. 1980 wurde er reamateurisiert, konnte aber 1984 als ehemaliger Professional nicht an den Olympischen Spielen in Los Angeles teilnehmen. Nicht erst aus heutiger Sicht ein absoluter Hohn! Damals schon bei den vielen Staatsamateuren aus den sozialistischen Ländern, um nicht nur auf den Ostblock zu schielen. Selbst mit Vierzig stieß Brian die Kugel noch über 21 Meter, hält mit 21,41 m seit fast 32 Jahren den Weltrekord in der M 40, aufgestellt am 22.August 1985 in Innsbruck (Österreich).

Wild entschlossen: Brian Oldfield

 

Da er auch ein guter Diskuswerfer war, sind wir uns bei einigen Wettkämpfen begegnet und haben anschließend noch unvergessliche Stunden erlebt. Gerne denke ich an den so genannten Bullen-Vierkampf aus Kugel, Diskus, Stein und Schleuderball zu Beginn der 1980er Jahre in Bretten bei Karlsruhe zurück, wo ich mich knapp vor ihm durchsetzen konnte.

Brian Oldfield, der seinen Anabolika-Konsum nicht verschwieg (wobei seine damaligen Konkurrenten aus der Weltklasse auch keine Waisenknaben waren), saß nach vielen Operationen zuletzt nur noch im Rollstuhl. Über Facebook hatten wir noch Kontakt und tauschten einige Geschichten aus. Seine Freundschaft, sein Tatendrang und sein Lebensmut hat mich bewegt und sein Humor zum Lachen gebracht. Er war das, was man bei seinen vielen anderen sportlichen Aktivitäten einen – im positiven Sinne – „verrückten Hund“ nennt. Ich werde ihn nie vergessen! Das ist für einen praktizierenden Christen wie mich keine der in diesen Fällen gängigen Floskeln.
„Mors certa, hora incerta“, heißt es: Der Tod ist sicher, unsicher die Stunde. Das gilt auch für einstige Doping-Sünder. Nur bisweilen etwas früher. Mitunter sehr viel früher, ohne bei diesem Anlass jetzt all die Namen auch ost- und westdeutscher Sportler zu nennen.




„Lampis“ vom 14.02.2017

 

Heide Ecker-Rosendahl

 vollendet heute ihr siebtes Lebensjahrzehnt

 

Geschrieben von Axel Hermanns

 

Leverkusen/Krefeld, 14. Februar 2017: Als Eselsbrücke für Angehörige und Freunde bestens dienlich sein Wiegenfest am Valentinstag zu feiern. Heide Ecker-Rosendahl (*14.02.1947 in Hückeswagen) heute sogar einen so genannten runden Geburtstag, man glaubt es kaum, mit der siebten Null. Meinerseits kann ich als 44er Spätlese konstatieren: Willkommen im Klub der Siebziger! Soll heißen, dass ich die beispielhafte Karriere der später für TuS 04 Leverkusen startenden und unter Meister-Trainer Gerd Osenberg trainierenden „Gold-Heide“ aus dem beschaulichen Radevormwald teilweise live bei Veranstaltungen aufwärts bis zu Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften miterlebt und 1972 bei den Olympischen Spielen in München vor dem Pantoffelkino regelrecht mitgefiebert habe. Ein sicherlich nicht nur für mich unvergessener Augenblick der Zeitgeschichte, der bei  Wiederholungen zu irgendwelchen Anlässen der bewegten und bewegenden Bilder, ist die abschließende 4 x 100-m-Staffel der Frauen mit Christiane Kraus, Ingrid Mickler, Annegret Richter und eben Rosendahl als Schlussläuferin gewesen. Fast deckungsgleich übernahm sie in dem geradezu legendär gewordenen deutsch-deutschen Duell mit Renate Stecher aus der damaligen DDR den Stab. Ein scheinbar ungleicher Kampf gegen die Frau, die als überhaupt erste die 100 Meter unter 11 Sekunden (handgestoppte 10,9) gelaufen und in einem Solorennen aus dem Block rund drei Zehntel schneller war. Aber nix da!. „Fliegend“ und schon auf Touren war das eine ganz andere Nummer. Unter dem ohrenbetäubenden Jubel der 70.000 Zuschauer im Olympiastadion hielt Heide Rosendahl, so hieß sie da noch, dem Druck stand und brachte den Stab in der damaligen Weltrekordzeit von 42,81 Sekunden als Erste ins Ziel. Ein Gänsehautmoment, konserviert für die „Ewigkeit“. Sei nicht vergessen, dass sie zuvor schon Gold im Weitsprung (6,78m) sowie Silber im Fünfkampf gewonnen hatte und zu dem deutschen Gesicht der von einem Terror-Anschlag überschatteten Sommerspiele anno 1972 wurde. Nachwuchsarbeit wörtlich genommen!

Heide Rosendahl als Briefmarke

 

Schier unmöglich, selbst nur die wesentlichen Stationen der Sportlerin mit dem Markenzeichen rote Ringelsocken und Nickelbrille sowie des facettenreichen Menschen an dieser Stelle aufzeigen zu wollen. Nur noch ein paar Eckdaten. Nachwuchs- und Breitensportarbeit in der Leichtathletik war der Diplom-Sportlehrerin von Beruf besonders wichtig, trainierte bei Bayer Leverkusen viele Jahre Schüler und Jugendliche, begleitete und coachte sie bei Wettkämpfen. Dazu leistete sie auch in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann John Ecker, einem gebürtigen US-Amerikaner und ehemaligen Basketball-Star mit dem Bayer-Kreuz auf der Brust, einen eigenen Beitrag aus Fleisch und Blut. Zumindest der nach David (*1975) zweitgeborene Sohn Danny Ecker (*1977) erbte die sportlichen Gene der Eltern, gehört dem immer noch illustren Zirkel der 6,00-m-Stabhochspringer an, ist unverändert seit 2001 mit 6,00m im Besitz des deutschen Hallen-Rekordes. Die Mama wollte auch im Verband etwas bewegen, war von 1997 – 2001 DLV-Vizepräsidentin. Freilich ein ganz schweres Unterfangen bei den nach wie vor verkrusteten Strukturen dieser unseligen, amateur- und laienhaft geführten Dachorganisation (bezeichnend, dass ihr gerade erst der bisherige hauptamtliche Sportdirektor laufen ging).

 

Mehr über die Ex-Weltrekordlerin im Weitsprung (6,84 m), die im Training einige Male knapp über 7 Meter sprang, und deutsche Sportlerin der Jahre 1970 und 1972 unter diesem Link, sicherlich in vielen Gazetten landauf, landab und vielleicht auch auf leichtathletik.de, dem Mitteilungsorgan des DLV.



Udo Giehl schießt den Vogel ab!

Udo Giehl schloss er das Sportjahr 2016 als europäischer Spitzenreiter der Klasse M 55 im Super-Heavy-Weightwerfen, dem Historischen Gewichtwurf (25,4 kg / 41 cm Länge), ab.

Die von unserem Mitglied in Mutterstadt am 02.10.2016 geworfenen 8,27 m kommen zwar nicht an die M-55-Weltbestleistung (10,86 m) von Altmeister Lutz Caspers aus dem Jahre 2011 heran, doch dies darf diese außergewöhnliche Leistung von Udo Giehl nicht im geringsten schmälern. Wer einmal dieses gewaltige Wurfgerät in den Händen gehalten hat, weiß, wovon hier gesprochen wird! Weiten über 8 m sind nämlich im Alter ab 50 Jahren absolute Weltklasse - und zudem noch Rang 3 in der Weltbestenliste! Hier lagen 2016 die US-Amerikaner Robert Arello und Doug Roby in Front.

Richardo Azzola belegte mit 5,06 m den 17. Rang.

Doch damit noch nicht genug!

Im Sportjahr 2016 platzierten sich auch in den nächsten beiden Altersgruppen (M 60 und M 65) die Phoenixathleten inmitten der europäischen Spitzenklasse  des Super-Heavy-Weightwerfens.

Bei den AK 60 belegte Norbert Gundermann mit 5,55 m Rang 5 in der europäischen Jahresbestenliste, gefolgt von Dr. Klaus Lutter (5,15 m und Platz 7), Bernhard Tretter (4,71 m und Rang 10 sowie Reinhard Rhaue mit 4,44 m (13.).

Hinter Klaus Kynast vom OSC Dortmund belegte bei den M 65 Gerhard Zachrau mit 6,92 m den 2. Platz. 18. wurde hier Dietmar Kneschk.

Bei den M 20 belegte das Duo Steffen Klein und Ruben Loew mit 6,85 bzw. 6,80 m die Positionen 3 und 4.

Stark war Phoenix auch bei den M 35 vertreten. Hier belegte Holger Karch mit starken 8,45 m den 5. Platz. Dominique Zachrau wurde mit 6,43 m 7.

In der Klasse M 70 holte sich Altmeister Helmut Zimmermann mit Platz 5 eine standesgemäße Platzierung. Walter Held und Hans Joachim Heinzel belegten hier die Ränge 10 bzw. 15.

Erich Kreit belegte einen hervorragenden 2. Platz bei den M 80.



„Lampis“ vom 06.11.2016

 

Fachtagung Rasenkraftsport:

 Geistiger Tiefflug über Frankfurt Süd

 

Geschrieben von Gastautor Torsten Lange

 

Kolumne

 
Moment mal

 
Neu-Isenburg, 06. November 2016: Gemeinhin gehört neben wechselseitigem Respekt zu einem guten Diskussionsstil, gegenteilige Argumente und Meinungen zu prüfen, anstatt diese vorschnell zu verwerfen. Ein guter Diskutant hört zu, lässt ausreden und ist bereit, auf das vom Gegenüber Gesagte einzugehen und seine eigenen Argumente sachlich, gelassen und höflich darzustellen.

Ganz anders geschehen bei der Fachtagung Rasenkraftsport gestern in Neu-Isenburg, ein südlich von Frankfurt gelegenes Städtchen, dessen lärmgeplagte Bürger unter den Ein- und Abflugschneisen des nahe gelegenen Monster-Airports zu leiden haben. Irgendwie haben die tieffliegenden Linienmaschinen auf diese Zusammenkunft  eingewirkt, vor allem bei der Behandlung des vom Landesverband Rheinland-Pfalz (RTV RP) eingereichten Antrages zum Übergehen von der 10-Jahres- zur 5-Jahres-Wertung (wir berichteten). So wie es bei den Altersklassen in der Leichtathletik praktiziert wird. Der Antrag war rechtzeitig eingegangen und vom Landesvorsitzenden Volker Strub (Mutterstadt) ausführlich begründet, vor allem durch den Verweis auf die biologisch bedingte nachlassende Leistungsfähigkeit der älteren Semester und dem damit zusammenhängenden Aspekt der Vergleichbarkeit von Leistungen.


Slapstick pur als Realsatire

 

Unserem Autor verging das Lächeln!

Was nun passierte war Slapstick pur, geistiger Tiefflug knapp über dem Haaransatz: Nachdem der Fachausschussvorsitzende Reinhard Weiß-Motz (Waiblingen) die Behandlung des Anliegens aufgerufen hatte, kam er gleich zur Sache. Anstatt die Diskussion zu eröffnen, ergoss er sich über nicht gültige  Anträge einiger „Doktoren", über falsche Bezeichnungen von Altersklassen, über einen anderen, zu spät eingegangenen  Antrag aus Leichlingen, der mit dem vorliegenden nichts zu tun hatte, und stellte fest, dass es im Rasenkraftsport schon so viele Meistertitel geben würde, die nicht noch weiter aufgestockt werden sollten.

Für den Landesverband RP hatte ich die äußerst dankbare Aufgabe, vor einer so eingenordeten Versammlung unsere Gründe darzulegen.

In einer zunehmend aufgeheizten Atmosphäre fielen nun währenddessen und danach Zwischenrufe und „Gegenargumente" folgender Art: „Das Thema hatten wir ja schon so oft!", „...was irgendwelche Orthopäden so von sich geben...", „Wir haben doch durch die Gewichtsklassen genug Gerechtigkeit!", „Wenn man Spaß an unserem Sport hat, dann ist doch das Alter egal!", und so weiter und so fort.

 

Ausschuss in anderer Deutung

Solcher Art  intellektuell total überfordert, fiel ich auf meinen Stuhl zurück, dachte kurz über die Doppelbedeutung des Wortes „Ausschuss" nach, in der Annahme, ich sei im falschen Film gelandet. Mit Ausnahme von einigen jüngeren Teilnehmern, die am Thema zwar nicht sehr dran waren, aber merkten, was hier ablief,  wurde der sachliche Kern der Begründung des Antrages schlichtweg ignoriert. Es kam, wie es kommen musste: Bei etwa 50 Teilnehmern einhellige Ablehnung,  lediglich acht Stimmen dafür, dazu eine Enthaltung.

Das ist sportlich hinzunehmen! Allerdings bleibt ein Schatten auf diesem Ergebnis. Denn in gutem demokratischem Stil sollte eine Diskussion immer eine Möglichkeit eröffnen, den Standpunkt anderer kennenzulernen und Dinge aus bisher unbekannter Perspektive zu erblicken. Dazu kam es leider nicht!

Geht ja auch nicht, wenn man nicht nur den Kopf in den Sand steckt, sondern sich zusätzlich noch Sand in die Ohren streuen lässt!


„Lampis“ vom 29.09.2016

 

 Torsten Lange stellt Antrag auf Altersklassenänderung

 im Rasenkraftsport

 

Geschrieben von Axel Hermanns und Torsten Lange

 

Bonn/Neu-Isenburg/Krefeld, 29. September 2016: Er ist gewissermaßen der Multi-Kulti der Spezies von Stoß und Wurf. Torsten Lange (*1945) aus Bonn startet für die LG Kreis Ahrweiler bei Leichtathletik-Veranstaltungen und bei vom viel zu früh verstorbenen Erwin Kollmar ersonnenen LSW-Wettbewerben, dazu für RKS Phoenix Mutterstadt im Rasenkraftsport (Hammerwurf, Steinstoßen, Gewichtwurf). Obendrein ist unser gelegentlicher Gastautor im Interesse der Sache und der Aktiven ein streitbarer Geist, pflegt unsere schöne Muttersprache und deutsches Kulturgut. Operiert hier wie da jedoch stets mit feiner Klinge und wohlpointierten Worten, unterstützte unter anderem die von LAMPIS initiierte Aktion SENGIDA (= Senioren/innen gegen die Internationalisierung der Altersklassentrikots; diesen Begriff trug Heinz Engels aus Mainz bei), schrieb als Ex-MdB aufgrund früherer Kontakte sogar an das Bundesministerium des Inneren (BMI) in Berlin.
Nunmehr hat Torsten eine neue Baustelle aufgemacht. Die aberwitzigen Altersklassenensprünge von zehn Jahren beim Rasenkraftsport sind nicht nur ihm ein Dorn im Auge und Stachel im Fleisch. Der 71-jährige Bonner stellte zur Jahreshauptversammlung der Fachschaft Rasenkraftsport (RKS) im Deutschen Rasenkraftsport- und Tauziehverband (DRTV) am 05.November 2016 in Neu-Isenburg den Antrag auf Änderung der erwähnten Regelung. Aus nachvollziehbaren Gründen einer breiter gestreuten Verbreitung und der positiven Stimmungsmache bat Torsten Lange uns um Veröffentlichung. Dem kommen wir  nicht zuletzt wegen der Verzahnung von Leichtathletik und Rasenkraftsport mit einem Kooperationsvertrag zwischen DLV und DRTV nachfolgend im vollständigen Original-Wortlaut gerne nach:

 


„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Sportfreunde,

zwar hatte ich mit Mail vom 24.8.2016 meinen Austritt aus dem DRTV erklärt, möchte aber dennoch einen Versuch starten, den Grund hierfür eventuell hinfällig zu machen.

 

Ich stelle deshalb für die nächste BFA-Rasenkraftsport-Fachtagung am 05.11.2016 den Antrag, ab dem Jahre 2017 die Altersklasseneinteilung ab der M/W 4, unbedingt aber  ab M/W 5 auf einen 5-Jahres-Rhythmus umzustellen. 
Der Teil 6.1.(1) der WKO vom Januar 2013 soll künftig lauten:

 

Bei den Senioren ab M/W 4 (alternativ M/W 5) gilt wie im DLV das 5-Jahres-Prinzip. Aus sportmedizinischer und damit – was Chancengleichheit betrifft -  sportlicher Sicht erübrigt sich eigentlich eine nähere Begründung. Viele  aktive und ehemalige Mediziner aus der Leichtathletik halten es für einen schlechten Scherz, dass sich im Rasenkraftsport ein Athlet, der bald 70 Jahre alt wird, mit einem Konkurrenten messen lassen muss, der gerade die 50-er verlassen hat. Noch gravierender stellt sich das Problem dar, wenn ein ,Jungsiebziger‘ auf einen trifft, der bald den achtzigsten Geburtstag feiern darf.

 

Die Fachkollegen  argumentieren natürlich mit Sachaspekten, die auch ein Laie abstrakt und konkret (eigene Erfahrung!) nachvollziehen kann: Alterungsprozesse betreffen besonders die Bereiche der Muskulatur (Muskelfasern und Muskelmasse nehmen ab), Sehnen (verlieren ihre Elastizität), Knorpel (nutzen sich ab), Knochen (immer weniger belastbar) und dies alles in stetiger Beschleunigung des Leistungsabfalls pro Lebensjahr (Akzeleration).

 

gez. Torsten Lange“

 


„Lampis“ vom 29.08.2016

 

Ingrid Holzknecht erzielte höchste Punktzahl bei Fünfkampf-DM

 

Geschrieben von Axel Hermanns

 

Zella-Mehlis/Amstetten/Krefeld, 29. August 2016: Es liegt nun einmal in der Natur der Sache einer Vorschau auf Titelkämpfe, dass der Chronist sich aus dem Fenster lehnt und einen Ausblick wagt. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten: ins Schwarze zu treffen oder grandios zu scheitern. Hinsichtlich der Deutschen Meisterschaften im Wurf-Fünfkampf am vergangenen Wochenende im Stadion „Schöne Aussicht“ in Zella-Mehlis (Thüringen) war beides darunter. So die Fehleinschätzung, dass Weltrekordler (4.696 Punkte) Norbert Demmel vom TSV Unterhaching in der M 50 wohl auch mit vier Disziplinen gewinnen würde. Einmal ist die Tendenz beim 53-jährigen Münchner über jene globale Bestmarke vom Wonnemonat Mai in Dingolfing, den 4.496 Zählern im Juli in Hilversum (Niederlande) und nunmehr 4.251 Punkten in ähnlicher Größenordnung kontinuierlich fallend, zum anderen war dadurch bedingt der zweitplatzierte Joachim Rieck (3.723) vom TSV Altenberg beim „Best of the Rest“ nicht ganz so weit entfernt.

 

Goldrichtig lagen wir hingegen mit unserer Etikettierung, dass Georg Ortloff vom LAC Quelle Fürth eine sportliche Wundertüte sei. Trotz guter Vorleistung (4.128) hatte der Franke mit dem mutmaßlichen Dreikampf um die Vielseitigkeitskrone in der M 65 absolut nichts zu tun, wurde er abgeschlagen Vierter (3.706). Das Titelrennen entschied Gerhard Zachrau (Phoenix Mutterstadt) für sich, der seine eigene deutsche Jahresbestleistung (4.161) auf 4.202 Punkte steigerte. Nicht nur sein Glanzlicht setzte er mit 46,25 m im Diskuswurf. Just da musste der sichere 43-m-Werfer Klaus Kynast vom ASC Dortmund  als Zweiter (4.015) seine durchaus berechtigten Siegchancen mit für ihn stark unterbelichteten 34,54 m oder einem Minus von etwa 203 Punkten begraben.

Riege 1 der M 65 bei den DM im Wurf-Fünfkampf in ZELla-Mehlis.
Riege 1 der M 65 bei den DM im Wurf-Fünfkampf in ZELla-Mehlis.

Internationale Gäste bei RKS Phoenix Mutterstadt

Ahmed Mohammed Al Deep (Katar) wirft am 22.06.2016 beim 11. Werfertag  von RKS Phoenix Mutterstadt 58,96 m mit dem Diskus.


„Lampis“ vom 21.06.2016

 

 Lothar Fischer egalisierte mit 8,95 m den

 Dreisprung-Weltrekord der M 80

 

Geschrieben von Axel Hermanns

 

Ingelheim/Krefeld, 21. Juni 2016:

Schauen wir über den eignen Tellerrand unserer selbstbestimmten vordergründingen Mission uns für Stoß und Wurf stark zu machen hinaus. Die Meldung des vergangenen Wochenendes mit vielen Schauplätzen von Veranstaltungen querbeet  durch die Republik kommt von den Südwest Senioren-Meisterschaften in Ingelheim. Lothar Fischer (*15.03.36) von der TG Waldsee egalisierte mit 8,95 m gleich zum Auftakt im Wettbewerb der M 65 den fast 23 Jahre alten Dreisprung-Weltrekord der M 80 des Japaners Mazumi Morati. Da wird sich bei ihm, so er das sofort realisiert haben sollte, ein weinendes und ein lachendes Auge eingestellt haben. Zuvor hatte der immer noch sprungstarke 80-Jährige, der um seine stabilen, belastbaren Knochen zu beneiden ist, mit 4,06 m im Weitsprung den Europarekord (4,07 m vom 12.Juni 2010) des Finnen Samuli Korpi lediglich um einen Zentimeter verfehlt. Insofern zusätzlich ärgerlich, dass ihm dabei einen Gegenwind von 1,1m/sec. nicht nur ins Gesicht blies. Nun könnte gemutmaßt werden, dass der Mann aus der Pfalz zumindest den deutschen Rekord verbessert hat. Pustekuchen! Das schizophrene Nebeneinander von abwegiger nationaler und vernünftiger internationaler Regelung machte es möglich, dass der damals noch 79-jährige Hans Eberle (*1926) im 80. Lebensjahr stehende "falsche Achtziger" mit 4,18 m diese Bestmarke bei der DM 2006 im Waldstadion in Aachen von DLV-Gnaden aufstellen durfte und immer noch hält. Übrigens bei Weitem kein Einzelfall.

Dieser Schwachsinn gehört schnellstmöglich abgeschafft. Allerdings nicht so einfach auf die Vergangenheit bezogen aus der unseligen Nummer halbwegs elegant wieder ‘raus zu kommen. Aber dafür gibt es ja viele kluge Köpfe im Bundesausschuss Senioren/innen mit Frontfrau und „Saarperle“ Margit Jungmann aus Rehlingen an der Spitze.
Später werden wir noch mit einer kleinen Auslese einen Beitrag in unser Schaufenster „Ergebnisse“ stellen.


Die Highlander formieren sich!

Highlander-Lehrgang in Nürtingen (3. von rechts: Reinhard Rhaue).




Erinnerungen an Erwin Kollmar

und die

Geschichte des LSW-Spezialsports Deutschland e.V.

Verfasser: Jean-Marc Rheder

Erwin Kollmar, der Gründer von LSW-Spezialsport

Die Geschichte des LSW-Spezialsports ist eng mit dem Herborner Allroundwerfer Erwin Kollmar verbunden. Erwin Kollmar, Herausgeber einer Senioren-Leichtathletikzeitung, war schon als Schüler und Jugendlicher gezwungen zu improvisieren, da es in seinem Heimatort keine reinen Leichtathletikanlagen gab. So machte er aus der Not eine Tugend, denn das Improvisieren machte nicht nur ihm, sondern auch vielen anderen Sportlern Freude. Auf einem kleinen "Spielplatz" lief man 50m mit Kurvenvorgabe (!), sprang Stabhoch in den Sandkasten und lief über selbstgebastelte Hürden.

Darüber hinaus verfolgte er schon in den späten fünfziger- und frühen sechziger Jahren die Szenerie der Weltleichtathletik, u.a. aus der ehemaligen UdSSR und aus den USA. Und hier reizte ihn besonders die Hallen-Leichtathletik im klassischen Madison Square Garden, wo u.a. 60 Yards (54,86m) sowie eine Meile (1609,34m) gelaufen und auch Gewicht geworfen wurde. Und hierbei merkte er erstmals, dass ihm die exotische Leichtathletik gefiel, denn nach dem Motto, es macht keinen Spaß, jeden Tag das Gleiche zu essen, es sollte auch Abwechslung auf den Speiseplan gebracht werden, sprich Abwechslung bei den Wettbewerben geschaffen werden.

Anfang der siebziger Jahre veranstaltete er mit Sportfreunden in einer kleine Halle bereits einen hallenspezifischen "Zehnkampf" (!), der allen Beteiligten viel Freude bereitete.

Einige Jahre später schrieb er auch in kleinen Hallen Mehrkämpfe aus und zwar Dreikampf (35m – Standweit – Kugel) und Fünfkampf (35m – Standweit – Kugel – Hoch – 35m Hürden).

Mitte der siebziger Jahre veranstaltete Erwin Kollmar, der immer schon einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hatte, auch „Relativwerfertage“ mit den Wettbewerben Kugelstoßen und Diskuswerfen. Hierbei wurde nicht nur die erzielte Leistung berücksichtigt, sondern auch noch das Körpergewicht und die Körpergröße des Athleten.

Die einfache Kollmar’sche Formel zur Relativ- Athletik lautete hierbei wie folgt:

                         Erzielte Leistung x 100 kg x 200 cm   (geteilt durch)

Körpergewicht  x  Körpergröße

= Relativmeter (RM)

Praktisches Beispiel beim Kugelstoßen:

Athlet A ist 75 kg schwer, 1,75m groß und stößt die Kugel 12,00m weit.

Formel:

                        12,00 (m) x 100 (kg) x 200 (cm)   (geteilt durch)

75,0 Kg x 175cm

= 18,28 RM (Relativmeter)

Ab etwa diesem Zeitpunkt veranstaltete er auch in Herborn die beliebten "Herrenwerfertage" für Jugend-, Männer- und Seniorenklassen mit den Wettbewerben Kugelstoßen, Diskuswerfen, Steinstoßen und Schleuderballwerfen. Daraus resultierte der "Herrenwerfervierkampf" (nach Kollmar): Leichtathletischer Werferzweikampf (Kugel/Diskus) und "Deutscher" turnerischer Werferzweikampf (nach Kollmar) (Stein/Schleuderball – Berechnung: Steinstoßweite x 6,6 + Schleuderballwurfweite). Bis zu 150 Teilnehmer beteiligten sich damals an diesen Werferspektakeln, für Werfertage ein ausgezeichnetes Ergebnis. Dieser Herrenwerfertag war quasi eine "RTL-Symbiose“, denn hier wurden Wettbewerbe aus den Bereichen Rasenkraftsport (Steinstoßen), Turnen (Schleuderball) und Leichtathletik (Kugel, Diskus) glücklich verbunden.

Seit 1986 erscheint auch die Senioren Leichtathletik Zeitung LSW (Laufen – Springen – Werfen) dessen Herausgeber Erwin Kollmar ist. Dank seiner Kreativität (man nennt ihn auch "El Kreativo" – E.K. für Erwin Kollmar) ging es danach Schlag auf Schlag weiter.

1988 wurde seine eigentlich größte Errungenschaft in Mühlheim/Main in die Tat umgesetzt: der LSW-Werferzehnkampf. Bis zu 120 Athleten gingen hierbei an den Start dieses größten Werfer Mehrkampfspektakels. 1990 wurden in Mühlheim/Main erstmals Europameisterschaften im LSW-Werferzehnkampf organisiert. Am Start waren Athleten aus Litauen, Estland, Lettland, Finnland, Niederlanden und Deutschland. In den Jahren danach kamen noch Athleten aus Großbritannien, Ungarn, Schweiz, Frankreich und Dänemark dazu.

Seit 1988/89 werden auch Wettbewerbe im LSW-Shotorama (Deutsche Meisterschaften seit 1991) und LSW Stoßer-Fünfkampf durchgeführt.

1989 wurden erstmals Wettbewerbe im LSW-Läufer-Dreikampf und im LSW- Halbstundenlauf und LSW-Halbstundengehen durchgeführt.

1990 hatten die Breitensportler erstmals die Gelegenheit das Europa-Sportabzeichen (ESA) nach Kollmar zu absolvieren, das sich aus folgenden Übungen zusammensetzt: Sprint (50 – 75 – 100m) oder Meilenlauf (1609,34m), Standweitsprung, Kugelstoßen, Kegeln (10 Wurf in die Vollen), Tennisballweitschlagen, 200m Schwimmen und Fußballtorwandschießen.

Seit 1991 wurden die ersten Wettbewerbe im Kollmar’schen Eisenschleuderwerfen durchgeführt (Deutsche Meisterschaften gibt es seit 1992). Die Eisenschleuder, die mit Schleuderballwurf-Technik geworfen wird, hat den Vorteil dass sie völlig windunabhängig ist, was ja beim Schleuderballwurf nicht immer der Fall ist. Einen Namen muss man hierbei unbedingt nennen, nämlich Paul Jung vom badischen TB Bad Krotzingen. Eisenschleuderkönig Paul, der leider viel zu früh von uns gegangen ist, hat dieses prachtvolle Sportgerät eigentlich erst richtig populär gemacht und viele Weltrekorde dank seiner perfekten Drehtechnik (4 Drehungen!) aufgestellt. Paul Jung war auch schon vorher bekannt als Turner (Schleuderball), Rasenkraftsportler (Steinstoßen und Gewichtwerfen) und als Tauzieher (!) beim SV Kollmarsreute/ Baden. Wir LSW Spezialsportler haben Paul Jung sehr viel zu verdanken!

Seit 1991 haben Breitensportler auch die Möglichkeit, das Welt-Sportabzeichen (WSA) nach Kollmar zu absolvieren. Dieser jährliche Volkszehnkampf besteht aus folgenden Übungen: Sprint (50-75-100m), Meilenlauf (1609,34m), Standweitsprung, Standhochsprung, Kugelstoßen, Tennisballweitschlagen, Fußballtorwandschießen, Kegeln (10 Wurf in die Vollen), 200m Schwimmen und Golfspielen (1 Loch Spiel aus 50m Entfernung).

Im Jahre 1993 stellte Erwin Kollmar zwei Neuheiten vor: LSW-Schockorama und LSW-Athletik-Zweikampf (Kombinationswertung aus LSW-Shotorama und LSW-Schockorama). Außerdem führte er eine Uralt-Disziplin wieder ein: Diskus "Griechisch" (antiker Standwurf mit schwerer Scheibe). Seit 1994 bzw. 1996 werden in diesen Disziplinen auch Deutsche Meisterschaften durchgeführt.

Ein andere Uralt-Disziplin wurde schon Anfang der neunziger Jahre auf Europäischen Boden wieder eingeführt: Das Historische Gewichtwerfen, einst eine olympische Disziplin (1904 und 1920). Seit Mitte der neunziger Jahre werden mit dem 25,4 Kg schweren und 41 cm langen Gerät ebenfalls Deutsche Meisterschaften angeboten.

Seit dieser Zeit werden auch Deutsche Meisterschaften im Kollmar’schen LSW-Gewichtwurf-Dreikampf angeboten. Diese Disziplin erfreut sich besonders in Hammerwerferkreisen steigender Beliebtheit.

1995 fanden die ersten Deutschen Meisterschaften im Tennisballweitschlagen statt. Diese Übung ist ideal für Speerwerfer, denn der Aufschlag beim Tennisballweitschlagen über den Kopf hat eine gewisse Verwandtschaft mit dem Speerstandwurf.

Eine andere traditionelle und alte Disziplin wurde auch Mitte der neunziger Jahre wieder von Erwin Kollmar eingeführt: Der Keulenwurf (Handgranatenweitwurf mit Speerwurftechnik). Hierbei muss ausdrücklich betont werden, dass bei der Ausführung dieser attraktiven Wurfdisziplin keinerlei militärische Absichten vorhanden sind, sondern einzig und allein ein sportliches Ergebnis angestrebt wird! Seit einigen Jahren werden die deutschen Titelkämpfe in Villmar/Lahn unter der Federführung von Walter Haas durgeführt.

Seit 1996 sind auch die Kollmar’sche Disziplinen LSW-Steinstoß-Dreikampf und LSW-Kugelstoß-Dreikampf feste Bestandteile des LSW-Spezialsportes. Im LSW-Steinstoß-Dreikampf werden seitdem auch Deutsche Meisterschaften ausgeführt.

Seit dieser Zeit bietet auch Jean-Marc Rheder (Frankreich / LAV Bad Lauterberg), ein unersetzlicher Mitstreiter von Erwin Kollmar, vermehrt Wettkämpfe im LSW Eisenschleuder Dreikampf (nach Rheder) an.

Seit 1996 werden auch vermehrt LSW-Spezialsport-Disziplinen bei den Welt- und Europameisterschaften des WTC (World Throwers Club) angeboten. Der erste große "Motor" des WTC war übrigens der ehemalige Präsident, Magister Georg Glöckner aus dem Burgenland/Österreich, der in Oberwart/Österreich und Tata/Ungarn unvergessliche internationale Titelkämpfe durchgeführt hatte, bei den u.a. auch immer Sportler aus Übersee (Australien, Südafrika) am Start waren. Seitdem werden auch freundschaftliche Verbindungen mit dem British Throwers Club (BTC) gepflegt. Präsident des BTC ist der begeisterte Hammer- und Werfermehrkämpfer Hugh Richardson, der auch Vizepräsident des WTC ist.

Im Jahre 1997 wurde auch etwas für die Speerwerfer getan, denn es wurde der Wettbewerb LSW-Speerorama (nach Kollmar) eingeführt.

1997 war überhaupt ein wichtiges Jahr für den LSW-Spezialsport, denn im Herbst wurde im hessischen Herborn die IG (Interessengemeinschaft) LSW Spezialsport gegründet. Dort wurde auch einen Vorstand gewählt.

Ziel der IG LSW-Spezialsport ist es, u.a. die Interessen der Spezialsportarten zu fördern und zu pflegen sowie neue Freunde für diese schönen neuen – und alten, fast vergessenen – Sportarten zu gewinnen. LSW-Spezialsport ist eine "Sportdelikatesse" besonderer Art, die einmalig ist!

Seit 1998 bietet die IG LSW-Spezialsport auch noch folgende Wettbewerbe an: Steinstoßen international, Ultra-Steinstoßen, LSW-Strongest (Athletic) Man/Woman (nach Kollmar – Super Heavy Weight Triathlon) und LSW "Moderner Zehnkampf" (nach Kollmar – Weltsportabzeichen nach Punkten).

Ebenfalls seit 1998 ist die IG LSW-Spezialsport auch noch freundschaftlich mit dem ISTF (International Stoneput- and Thrower-Federation) verbunden. Der Präsident des ISTF ist der Schweizer Rekordhalter im Diskuswerfen, Christian Erb aus Rüdlingen.

Christian Erb und der ISTF organisieren seit 1998 jährlich auch die Weltmeisterschaften im historischen Gewichtwerfen (25,4kg) und im Ultra Steinstoßen (50kg). Mehr als 2000 Zuschauer verfolgen immer mit sehr großem Interesse diese Titelkämpfe in Rüdlingen / Schweiz.

Seit Ende 1999 werden auch schon vereinzelt Ultra Wurfdisziplinen (nach Kollmar) im weiblichen Bereich in Deutschland durchgeführt.

Aber auch in den Laufdisziplinen und in den Sprungdisziplinen bietet die IG LSW-Spezialsport Athletinnen und Athleten interessanten Wettbewerbe an.

Es ist ohne weiteres möglich, dass in Zukunft noch neue Wettbewerbe hinzukommen, Uralt-Wettbewerbe wieder aufgenommen werden und auch Disziplinen wieder gestrichen werden. Alle LSW Spezialsport Disziplinen werden statistisch erfasst und in einer jährlichen Bestenliste in Buchform herausgegeben

 

 

Nachruf:

 

Erwin KOLLMAR (* 1946 – † 2003)

 

Er hatte noch soviel vor, doch der Tod kam schneller. Einen Tag vor den Europa- und Deutschen Meisterschaften im Ultrasteinstoßen, Eisenschleuderwerfen und Diskus "Griechisch" in Ilbesheim, hat er uns auf tragischer Weise verlassen.

Die große Familie der Senioren-Leichtathletik und des LSW-Spezialsports hat ihre Leitfigur verloren.

Erwin Kollmar, Herausgeber der LSW-Senioren-Leichtathletik-Zeitschrift, Erfinder des LSW-Spezialsportes, Präsident des WTC (World-Throwers-Club) und Ehrenvorsitzender der IG LSW-Spezialsport Deutschland war eine herausragende Persönlichkeit. Er war Jedermanns Freund, hatte immer tröstende oder lobende Worte für jeden von uns. Durch seine Kreativität und sein unermüdliches Engagement was die Senioren-Leichtathletik betrifft, hat er viele "Totgesagte" wieder zum Gehen – oder besser gesagt – zum Werfen gebracht. Seine Spezialsport-Kreationen reichen inzwischen weit über die Deutschen Grenzen hinaus. Und wenn auch einige über seine "Erfindungen" lächeln, sollten sie doch nicht vergessen, dass diese Kreationen eines bewirkt haben: Sie haben viele "Nicht-Sportler" in die Stadien gelockt, um es auch mal zu probieren. Turnvater Jahn hat es damals auch nicht anders gemacht!

Doch Erwin war nicht nur ein begeisterter "Sport-Erfinder". Seine zweite Passion galt den gotischen Gebäuden, vor allem Kirchen und Klöstern. Stundenlang konnte er mir von seinen Reisen durch Frankreich berichten. Die Abtei von Cluny, seine "obligatorische Haltestelle", wie er immer sagte, kenne ich inzwischen in- und auswendig, obwohl ich noch nie da war!

Diese langen Telefonate werde ich sehr vermissen. Nicht selten tranken wir einen guten Französischen Rotwein dazu, er meistens einen "Corbières", ich, am anderen Ende, einen "Côtes du Rhône", und nicht selten gingen unsere Gespräche bis weit nach Mitternacht, auch wenn ich mal früh raus musste. Man konnte Erwin einfach nicht böse sein, wenn er mal kurz vor Mitternacht anrief. nur um etwas zu plaudern!

Die große Familie der Seniorensportler und der LSW Spezialsportler wird ihn in Zukunft sehr vermissen. Aus dem Hintergrund wird leider nie wieder sein "Olympisch" ertönen.

Wir, das Team der IG LSW-Spezialsport Deutschland, werden sein Lebenswerk weiterführen, es wird ohne seinen Rat zwar sehr schwer, aber das sind wir ihm schuldig.

 

Erwin, im Geiste wirst Du immer bei uns sein!

 

Jean-Marc Rheder








„LV-Pfalz“ vom 07.10.2015

Michel Bréal: Landau – Marathon – Paris

Geschrieben von R. Schröder

Michel Bréal

Eine der weltweit wichtigsten Persönlichkeiten der Sportgeschichte stammt aus der Pfalz: Michel Bréal, der „Erfinder“ des Marathonlaufs, Freund und Berater Pierre de Coubertins, wurde 1832 in Landau geboren. Daneben war er einer der bedeutendsten Sprach­wissenschaftler seiner Zeit und Begründer der Wissenschaftsdisziplin „Semantik“. Bréal war auch Bildungsreformer und ein Vermittler zwischen Deutschland und Frankreich.

Im November 2015 jährt sich sein Todestag zum 100. Mal. Der Sportbund Pfalz (= Text- und Bildquelle) und die Michel-Bréal-Gesellschaft organisieren aus diesem Grund am 14. November 2015 in Landau (Ratssaal des Rathauses) ein Kolloquium, das dieser bedeutenden Persönlichkeit gewidmet ist, Beginn ist 9:00 Uhr. Der Ratssaal ist am Samstag über die beiden Seiteneingänge zu erreichen, der Vordereingang des Rathauses ist geschlossen.

Interviewgäste sind unter anderem der zweifache Olympia-Goldmedaillengewinner im Marathonlauf 1976 und 1980, Waldemar Cierpinski, der ehemalige FIFA-Schiedsrichter, Weltschiedsrichter des Jahres und Ausdauersportler Markus Merk sowie Hans-Jürgen Eichberger, amtierender Pfalzrekordhalter im Marathonlauf.