Ehrentafel


Nachruf

 

 

 

In Gedenken an Dr. Helge Hinke

 

(*27.05.1040 – +29.08.2019)

 

 

 

Unser Sportkamerad Dr. Helge Hinke hatte sehr profunde theoretische und praktische Kenntnisse sowie Fähigkeiten in zahlreichen, völlig unterschiedlichen, Sportarten (Leichtathletik, Radfahren, Boxen, Rudern etc.).

 

Nach seiner Zeit als Chefarzt (Medizinalrat) in der Charité in Berlin ließ er sich in der 1980-er Jahren als „Landarzt“ in der schönen Pfalz nieder, die er nie mehr verlassen sollte. Ihm gefiel die besondere Lebensart der „fröhlichen“ Pfälzer. Er war begeistert von der lieblichen Gegend am Rhein sowie von der Haardt und dem Pfälzerwald.

 

Er stieß erst Ende des 19. Jahrhunderts zu unserer Werfergruppe, nachdem er vorher jahrzehntelang überwiegend als Mittelstreckler und Mehrkämpfer von sich Reden gemacht hatte.

 

So erzielte er 1996, schon nach seiner aktiven und trainingsreicheren Zeit, beim Internationalen Fünfkampf in der Klasse M 55 gute 1.589 Punkte (4,36 + 24,34 + 26,76 + 23,56 + 5:51,88).

 

1995 lief er die 400 m in 58,07 (M 55). In der Klasse M 60 kam er über die gleiche Distanz fünf Jahre später auf immer noch hervorragende 60,28.

 

1998 ließ er über 1.500 m 5:30,10 sowie über 800 m 2:23,81 notieren.

 

Über die anspruchsvolle und kräftezehrende 200-m-Distanz lief er 25,92 (M 55) bzw. 27,43 (M 60).

 

Er nahm mehrfach an LA-Seniorenweltmeisterschaften sowie sonstigen internationalen Meisterschaften mit großem Erfolg teil, insbesondere auch als Staffelmitglied (4 x 400 m).

 

Nach einem schlimmen Unfall beim Radfahrtraining wechselte Helge ins Werferlager.

 

In unserer Werfergruppe fühlte sich Helge sehr wohl und war durch seine Ratschläge ein gerne gesehener Gast, der allerdings ein regelmäßiges Training scheute. Oft ging er mit dem Diskus zu einer Wiese, nicht weit von seiner Praxis, um dort seine Trainingswürfe zu absolvieren.

 

Geradezu unvergessen waren seine Auftritte auf unserem Werferplatz, wenn er dort mit seinen berühmten „Hausschuhen“ („Die haben den richtigen Kripp!“) warf. 

 

Wir werden ewiges Gedenken an unseren Sportkameraden Dr. Helge Hinke bewahren.

 

 

 

Gerhard Zachrau / 01.09.2019

 


Nachruf

 

 

 

In Gedenken an Hansjürgen Stahl

 

 (*23.08.1949 / + 26.11.2016)

 

 

 

Unser Sportkamerad Hansjürgen Stahl war schon in der Jugend eng dem Sport verbunden. In den 60-er und frühen 70-er Jahren des vorigen Jahrhunderts war er zunächst ein begeisterter Leichtathlet und Handballer beim Turnverein Rheingönheim, einem Vorort von Ludwigshafen.

 

In den Schüler- und Jugendklassen wurde damals im Sommer noch Großfeldhandball mit 11 Mann gespielt. Da sein Team aber aus exakt 11 Spielern bestand, durfte während der Spiele in der B- und auch der A-Jugend nie einer ausfallen! Und es fiel auch nie einer aus!! Hansjürgen Stahl war somit Teil einer extrem eng zusammenstehenden Mannschaft, wie sie heutzutage kaum noch denkbar ist. So kam es, dass er bei einem Spiel trotz zweier angebrochener Rippen nicht nur zum Wettkampf antrat, sondern auch noch den gegnerischen „Läufer“ immer wieder kaltstellte. Auch ein Jahr später war die Teilnahme an einem Punktspiel in Waldsee ebenso ärztlich untersagt, als er trotz starker Verbrennungen (Sonnenbrand) ganz selbstverständlich nicht nur in das sportliche Geschehen eingriff, sondern hierbei auch über sich hinauswuchs. Dabei verpasste er sogar die Halbzeitpause, als er eben im Begriff war, den quirligen gegnerischen Mittelstürmer „per Ringergriff bereits am Mittelkreis zu neutralisieren“.

 

Mit dem Wechsel in das Männerteam fand er seine zusätzliche Berufung als erfolgreicher Jugendtrainer. Seine damaligen „Eleven“ denken noch heute an diese schöne und stets lustige Zeit zurück, die zahlreiche Anekdoten hervorbrachte. Irgendwann in dieser Zeit entstand auch sein Kampfname „Käschtel“ (Kasten).

 

Nach seinem Umzug nach Waldsee fungierte er jahrelang als Fußballschiedsrichter, ehe er sich am 30.04.2001 den Rasenkraftsportlern und Leichtathleten aus Mutterstadt anschloss.

 

Nach einigen Jahren der erfolgreichen Wettkampfteilnahmen, oft zusammen mit seinem Sohn Patrick, verhinderten gesundheitliche Probleme weitere aktivsportliche Betätigungen.

 

Daraufhin stand er Phoenix als Kampfrichter und Helfer zur Verfügung, ehe ihn eine Verschlechterung der Gesundheit auch hiervon abhielt.

 

Er war bis zum Schluss seinen Sportkameraden eng verbunden.

 

Wir verloren mit ihm einen treuen Mitstreiter, der stets einen besonderen Platz in unseren Erinnerungen haben wird.

 

 

 

Gerhard Zachrau / 29.11.2016